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Erster Fachvortrag des GFZ-Pop-up-Store: Geothermie als Quelle für Wärme und Rohstoffe

Welche Energie und welche wertvollen Rohstoffe stecken tief unter unseren Füßen? Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Spremberg, was unter uns liegt“ gab Prof. Dr. Simona Regenspurg vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung spannende Einblicke in die vielfältigen Möglichkeiten der Geothermie.

Mit dem Fachvortrag „Schatzkammer Untergrund: Wie Geothermie die Energie- und Rohstoffwende vereint“ startete die Präsenzstelle Spremberg in ihre Veranstaltungsreihe rund um Geothermie, Boden und die verborgene Welt unter unseren Füßen. 15 interessierte Gäste kamen zusammen, um mehr über die Nutzung von Erdwärme und die Gewinnung wertvoller Rohstoffe aus dem Untergrund zu erfahren. Prof. Dr. Simona Regenspurg stellte zunächst das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung und dessen vielseitige Forschungsbereiche vor. 

Anschließend erläuterte sie, wie geothermische Systeme funktionieren und welche Rolle Thermalfluide dabei spielen. Diese heißen, mineralhaltigen Wässer zirkulieren in tiefen Gesteinsschichten und transportieren thermische Energie an die Oberfläche. Die gewonnene Wärme kann unter anderem für eine klimafreundliche Wärmeversorgung genutzt werden. Doch Thermalfluide enthalten nicht nur nutzbare Wärme. In ihnen können auch verschiedene gelöste Mineralien und kritische Rohstoffe vorkommen, die für moderne Technologien und die Energiewende von Bedeutung sind. Dazu gehört beispielsweise Lithium, das unter anderem für die Herstellung von Batterien benötigt wird. Ein im Vortrag vorgestelltes Forschungsprojekt beschäftigt sich deshalb gezielt mit der Frage, wie Lithium aus geothermalen Fluiden gewonnen werden kann. Auf diese Weise könnte die Nutzung des Untergrunds perspektivisch einen Beitrag zur Energieversorgung und zugleich zur Rohstoffgewinnung leisten. 

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den geologischen Voraussetzungen für die Geothermie. Die Referentin gab Einblicke in den Aufbau des Norddeutschen Beckens, zu dem auch Brandenburg gehört, und erläuterte die Bedeutung der als Rotliegend bezeichneten Gesteinsschichten. Diese tief liegenden Formationen sind für die geothermische Forschung besonders interessant, da sie heißes Wasser führen und damit Möglichkeiten für eine energetische Nutzung bieten können. 

Am Beispiel des GFZ-Forschungsstandortes Groß Schönebeck wurde anschaulich erklärt, wie solche geothermischen Reservoire untersucht und erschlossen werden. Dort erforscht das GFZ unter realen Bedingungen unter anderem die Eigenschaften des tiefen Untergrunds, die Bewegung der Thermalfluide und die Möglichkeiten einer langfristigen und sicheren Nutzung geothermischer Energie.

Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen und mit der Referentin ins Gespräch zu kommen. Der gelungene Auftakt zeigte, wie eng die Themen Energie, Geologie und Rohstoffversorgung miteinander verbunden sind und welches Potenzial direkt unter unseren Füßen liegt.


Weiter geht es am Montag, dem 19. Oktober, um 18 Uhr im RePost Zeitcafé. Im zweiten Fachvortrag spricht Daniel Acksel zum Thema „Geothermische Wärme: Auf dem Weg zur klimaneutralen Transformation der Wirtschaft und heimischer Ressourcennutzung“. Dabei geht es um das Potenzial der Geothermie für eine nachhaltige Wärmeversorgung sowie um die Chancen und Herausforderungen bei ihrer Nutzung in städtischen Gebieten.


Ermöglicht wird die Veranstaltungsreihe durch eine Förderung von „Wissenschaft und ich“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, kurz MWFK. Das Förderprogramm unterstützt innovative Formen der Wissenschaftskommunikation, die aktuelle Forschung verständlich vermitteln und den direkten Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stärken. Mit dem Pop-up-Store wird dieses Anliegen in Spremberg umgesetzt: Forschung wird sichtbar, Forschende werden ansprechbar und Besucherinnen und Besucher können sich aktiv mit wissenschaftlichen Zukunftsfragen auseinandersetzen.