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Sorbische/Wendische Kultur und Sprache als Ressource der Lausitz

Am 8. Mai 2024, fand im Spree Kino in Spremberg erstmals eine „Open BTU“- Veranstaltung über die sorbische Kultur statt. Unter dem Titel "Sorbische/Wendische Kultur und Sprache als Ressource der Lausitz" versammelten sich Interessierte, um über die Bedeutung und Nutzung des sorbisch-wendischen Kulturguts im Kontext des Strukturwandels der Region zu diskutieren.

Frau in Tracht © Milena Andree, Model: Stefanie Masnik

Foto aus der Ausstellung „Liuba“ – Frau in Tracht. Copyright Domowina Niederlausitz Projekt gGmbH (DomPro)

Die Veranstaltung bestand aus vier Kurzvorträgen:

  • Dr. Lutz Laschewski, Abteilungsleiter für Regionalplanung und Minderheitenschutz des Sorbischen Instituts, gab einen umfassenden Einblick in die Dynamik des Wandels innerhalb der sorbischen/wendischen Gemeinschaft. Er beleuchtete die Herausforderungen des Anpassungszwangs und das Streben nach Autonomie und bot einen historischen Überblick, der die Teilnehmenden in die Thematik einführte.

 

  • Max Hassatzky von DomPro gGmbH stellte das Projekt "Zorja" vor, das Erwachsenen die Möglichkeit bietet, Niedersorbisch/Wendisch zu erlernen. Er präsentierte die Struktur und den Erfolg des Projekts „Sprachennest“ in Dissen bei Cottbus. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die ein Stipendium erhalten können, absolvieren ein intensives Sprachprogramm, bei dem sie innerhalb weniger Monate die sorbische Sprache erlernen können.

 

  • Gregor Kliem, Musikredakteur vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) tauchte in die sorbische Musikszene ein und beleuchtete die Bedeutung sorbischer Musik als Alleinstellungsmerkmal. Er präsentierte Nowa Serbska Muzika als Beispiel für die Verbindung von Tradition und Moderne und ließ die Zuhörer durch sorbische Lieder in die kulturelle Vielfalt eintauchen.

 

  • Daniel Häfner von der Plon GmbH - Lausitzer Institut für strategische Beratung thematisierte die wirtschaftliche Relevanz des traditionellen Handwerks des Blaudrucks. Er zeigte auf, wie dieses Handwerk trotz moderner Entwicklungen weiterhin eine Rolle in der Region spielt und potenziell neue Arbeitsplätze schaffen kann.

 

Die Vorträge regten zu Diskussionen über die Revitalisierung von Sprache und Kultur, die Rolle der sorbisch/wendischen Kultur in den eigenen Familien und im Strukturwandel der Lausitz an. Moderiert von Ute Henschel (Leiterin der Schule für niedersorbische Sprache und Kultur) und Thomas Hasenauer (BTU, Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung), bot die Veranstaltung eine Plattform für Wissensaustausch und die Erkundung neuer Entwicklungswege in der Region.

 

Die Präsenzstelle Spremberg und das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung der BTU freuen sich über das Interesse und die anregenden Diskussionen im Anschluss an die Vorträge. Diese Veranstaltung verdeutlichte erneut die Bedeutung des offenen Bildungsformats "Open BTU" für die Förderung des lebenslangen Lernens und den Wissensaustausch in der Region.