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Wärme aus der Tiefe: Zweiter Fachvortrag des GFZ-Pop-up-Store

Wie lässt sich Erdwärme für einzelne Gebäude, größere Gebäudekomplexe oder ganze Stadtquartiere nutzen? Beim zweiten Fachvortrag des GFZ-Pop-up-Store erklärte Daniel Acksel vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung, welche geothermischen Technologien zur Verfügung stehen und wie am Beispiel Potsdams geeignete Standorte für Bohrungen ausgewählt werden.

Am Montag, den 19. Oktober, setzte die Präsenzstelle Spremberg das Veranstaltungsprogramm des GFZ-Pop-up-Stores mit dem zweiten Fachvortrag fort. Unter dem Titel „Geothermische Wärme: Auf dem Weg zur klimaneutralen Transformation der Wirtschaft und heimischer Ressourcennutzung“ gab Daniel Acksel vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung einem kleinen, fachkundigen Publikum einen anschaulichen Einblick in die unterschiedlichen Möglichkeiten, Wärme aus dem Untergrund zu gewinnen und zu nutzen. Der Teilnehmerkreis bot dabei gute Voraussetzungen für einen intensiven fachlichen Austausch.

Zu Beginn stellte der Referent die „Geothermische Technologiefamilie“ vor. Die Darstellung zeigt, dass Geothermie nicht nur aus einer einzigen Technologie besteht. Das Spektrum reicht von oberflächennahen Erdwärmesonden, Kollektoren und Energiepfählen über größere Sondenfelder und unterirdische Wärme- und Kältespeicher bis hin zu hydrothermalen und petrothermalen Systemen in mehreren Kilometern Tiefe.

Anhand der verschiedenen Gebäudetypen im Schaubild erläuterte Daniel Acksel, welche Verfahren für einzelne Häuser, größere Gebäudekomplexe, öffentliche Einrichtungen oder ganze Stadtquartiere infrage kommen können. Je nach Standort, Wärmebedarf und Beschaffenheit des Untergrunds lassen sich die Systeme zum Heizen und Kühlen, zur Speicherung von Energie und bei ausreichend hohen Temperaturen auch zur Stromerzeugung einsetzen. Geothermische Systeme können damit sehr unterschiedliche Versorgungsaufgaben übernehmen – vom einzelnen Gebäude bis zum städtischen Wärmenetz.

Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags lag auf der Frage, wie geeignete Standorte für Geothermiebohrungen gefunden werden. Am Beispiel Potsdams zeigte der Referent, welche Untersuchungen notwendig sind, bevor tatsächlich gebohrt werden kann. Dabei spielen vorhandene geologische Daten ebenso eine Rolle wie geophysikalische Messungen, mit denen die Strukturen des Untergrunds genauer erfasst werden.

Besonders anschaulich war der Blick auf die sogenannten Vibratorfahrzeuge. Sie erzeugen kontrollierte Schwingungen, deren Ausbreitung und Reflexion mithilfe von Sensoren beziehungsweise Geophonen aufgezeichnet wird. Aus den gewonnenen Daten können Fachleute geologische Schichten und Störungszonen im Untergrund sichtbar machen. Für Potsdam wurden diese Informationen unter anderem genutzt, um ein dreidimensionales Untergrundmodell zu entwickeln und mögliche Standorte für die geothermische Erschließung genauer zu bewerten.

Der Vortrag machte deutlich, dass einer Geothermiebohrung umfangreiche Erkundungs- und Planungsarbeiten vorausgehen. Nur wenn Temperatur, Tiefe, geologische Strukturen und die Eigenschaften der wasserführenden Gesteinsschichten bekannt sind, lässt sich einschätzen, ob ein Standort langfristig und wirtschaftlich für die Wärmegewinnung geeignet ist.

Mit dem zweiten Fachvortrag bot die Präsenzstelle Spremberg erneut die Gelegenheit, aktuelle Forschung des GFZ verständlich kennenzulernen und mehr über die Chancen geothermischer Wärmeversorgung in Städten und Kommunen zu erfahren.

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